Südafrika - ein kurzes Fazit
Vor ziemlich genau 10 Jahren war ich zuletzt in Südafrika.
Inzwischen hat sich das Land für mich als Tourist deutlich weiterentwickelt.
Das Reisen ist einfacher geworden, wäre die Natur und Tierwelt nicht, könnte man glauben, in Europa zu sein.
In den größeren Orten gibt es Supermärkte mit einem umfangreichen Sortiment.
Von Müsli ohne Zucker bis Bio- Gemüse gibt es wirklich alles.
Die Lebensmittelpreise sind in etwa identisch mit den Preisen in Deutschland.
Für afrikanische Verhältnisse also hoch.
Das Bezahlen mit der Kreditkarte ist absoluter Standart.
Das ist sehr angenehm, nur einmal habe ich am Geldautomaten Bargeld abheben müssen.
Die Straßen sind nicht perfekt, aber akzeptabel.
Autobahnen sind mautpflichtig und sehr gut ausgebaut.
Privat geführten Campingplätze sind tiptop sauber und gepflegt.
Die Preise sind sehr fair, im Schnitt haben wir pro Kopf und Nacht ca. 10€ gezahlt.
Die staatlichen Campsites in den Nationalparks sind dagegen deutlich schlechter.
Die Sanitäranlagen sind marode und die Sauberkeit ist nicht die Beste, was vermutlich an schlecht bezahlten Angestellten liegt.
Südafrika ist ein Eldorado für Outdoor-Aktivisten und der Buschcamper mit Allradantrieb ist das perfekte Reisegefährt.
Das Land ist ca. 3-4 mal so groß wie Deutschland!
Mit seiner Weite und dem Klima erinnert mich hier vieles an Australien.
Die Entfernungen sind riesig, und es gibt unglaublich viel zu entdecken
Fantastische Nationalparks mit den big Five der afrikanischen Tierwelt, schöne Großstädte, Gebirge, Flüsse, Wasserfälle und zwei Ozeane (Indischer Ozean &, Südatlantik), die den südlichen Zipfel des Kontinents begrenzen.
Wir könnten noch wochenlang durch das Land reisen, und hätten lange nicht alles gesehen.
Der Ruf Südafrikas ist bekanntlich nicht der Beste.
Insbesondere, wenn es um das Thema Sicherheit geht, schneidet das Land schlecht ab.
Johannesburg zählt zu den gefährlichsten Großstädten weltweit.
Das sieht und spürt man, sobald man den Flughafen verlässt.
Videoüberwachung, vergitterte Fenster, Zäune, Stacheldraht und Securtity Personal ist überall zu sehen.
An neuralgischen Punkten, wie den großen Shopping-Malls treiben sich zwielichtige Gestalten rum, was schnell zu einem unguten Gefühl führt.
Sobald man aber die Metropole verlassen hat, trifft man auf sehr freundliche und zuvorkommende Menschen, egal welcher Haufarbe.
Nur 10% der Bevölkerung sind Weiße, 90% colored People (farbige Südafrikaner).
Es ist kaum zu glauben, aber die Zeit der Apartheid hat sich umgekehrt.
Wir haben mehrfach davon gehört - inzwischen werden die Weißen diskriminiert, nicht mehr die Schwarzen.
Black Empowerment - heißt der Spruch, der allgegenwärtig ist.
Es geht dabei um die Stärkung der Schwarzen durch bestimmte Strategien und Maßnahmen der Regierung.
Politisch - wirtschaftlich und sozial.
Das meist genannte Beispiel beschreibt die Verpflichtung von weißen Arbeitgebern,
die dazu verpflichtet sind, vorrangig schwarze Mitarbeiter einzustellen.
Erst dann darf ein weißer Mitarbeiter folgen, selbst wenn dessen Qualifikation besser sein sollte.
Die schwarze Bevölkerung erscheint selbstbewußt, aufgeschlossen und fröhlich.
Aus meiner Sicht fühlt sich hier niemand mehr als Untertan des weißen Mannes.
Nelson Mandela hat also nicht umsonst sein Leben lang für die Rechte der Schwarzen gekämpft.
Der Oktober war als Reisezeit viel besser, als erwartet.
Die Temperaturen im Norden waren noch nicht zu heiß und der erwartete Regen blieb aus.
Im Süden war der Frühling in vollem Gange, es gab Schauer und kalte Nächte.
Für eine Rundreise durch das Land würde ich die Jahreszeit in jedem Fall empfehlen.
Mit Sicherheit hat Südafrika, wie jedes andere Land, auch eine Menge Probleme zu lösen,
die mir als Tourist verborgen geblieben sind.
Am Ende unserer Tour verlasse ich das Land mit wunderbaren Erlebnissen und vielen positiven Eindrücken.
Südafrika - ich komme wieder.

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